|
Veröffentlichung in Vetimpulse Februar 2005
Goldimplantation in die Blasenwand zur Inkontinenzbehandlung bei einer Labradorhündin
Eine junge Labradorhündin wurde uns im Alter von vier Monaten mit dem Vorbericht vorgestellt, dass sie, neu im Besitz, in der Wohnung tröpfelte.
Zu diesem Zeitpunkt hatte die Hündin eine blutige Cystitis. Unter antibiotischer Therapie verschwand zwar die Cystitis, jedoch blieb die Hündin inkontinent, wobei sie teils wenige Tropfen, teils große Mengen Urin verlor.
Die Besitzerin ließ in der nahe gelegenen Tierklinik eine Ultraschalluntersuchung durchführen. Dort teilte man der Besitzerin mit, dass die Hündin eine verkleinerte Blase hätte.
Zudem lägen sehr wahrscheinlich ektopische Ureteren vor. Die angeborenen Veränderungen von Blase und Ureteren sollten operativ transponiert werden, sonst bliebe die Hündin zeitlebens inkontinent.
Durch die Kosten für die Operation abgeschreckt, fragt die Besitzerin nach möglichen ganzheitlichen Therapiemethoden. Der Erfahrung nach haben sich in meiner Praxis Neuraltherapie und Akupunktur bewährt.
Wir begannen mit paracervicalen Injektionen von 4ml Procain pro Seite im Abstand von vier Tagen.
Bild: Injektionsstellen für Neuraltherapie
Nach der zweiten Neuraltherpiebehandlung verlor die Hündin nur noch tropfenweise Urin. Die zu nadelnden Akupunkturpunkte wurden bei jeder Behandlung mittels Biotensor neu abgetestet, desgleichen die Injektiosstelle für die paracervicale Injektion. Die Hündin verlor über maximal zwei Wochen keine größeren Mengen Urin, danach war sie wieder inkontinent wie zuvor.
Zum Zeitpunkt der Läufigkeit wurde keine Neuraltherpapie durchgeführt, nur Akupunktur.
Sie erhielt zusätzlich Causticum D6 6 Wochen lang täglich 6 Globuli. Es zeigt sich keine Besserung. Die Hündin blieb offensichtlich nur mittels Neuraltherapie für einen kurzen Zeitraum nicht inkontinent.
Ich schlug der Besitzerin vor, bei der Hündin eine Goldakupunktur durchzuführen. Die zu implantierenden Akupunkturpunkte und die Menge der Goldstücke pro Akupunkturpunkt wurden mittels Biotensor bestimmt. Mit dieser Methode führen wir auch bei anderen Tieren erfolgreich Goldakupunktur durch. Da in diesem Falle eine Störung im Bereich der zuständigen nervalen Steuerung des Blasenschließmuskels oder im Schließmuskel selber zu vermuten war, testete ich, ob Goldimplantate in den Blasenschließmuskel Erfolg versprechend sein könnten. Weil seitens der Besitzerin schon über eine Euthanasie der Hündin nachgedacht wurde, schienen die Blasenimplantate einen Versuch wert.
Unter Injektionsnarkose wurden 9 Akupunkturpunkte mit Goldstücken versehen.
Bei der Rasur der Bereiche für die Goldakupunktur fiel eine Narbe im Bereich Bl 23 auf, unter die wir ebenfalls ein Goldstück implantierten. Diesen Punkt hatten wir zuvor auch getestet.
Bild: Narbe sichtbar an Blase 23
.
Nach Eröffnung der Bauchhöhle erschien der Uterus verändert und wurde mit den Ovarien entfernt. Blase und Ureteren waren unauffällig und in physiologischer Lage.
In die Blase wurden intramural zwei Goldstücke appliziert.
Bild: Lokalisation eines Blasenimplantates
.
Röntgenbild mit Implantaten. 2 in der Blasenwand, 2 auf LG1, 1 auf KG4 und KG5
Wie vermutet zeigte die Hündin nach dem Eingriff eine massive Verschlechterung bezüglich der Inkontinenz, die 9 Tage post op. verschwand.
Seit nunmehr zwei Monaten ist keinerlei Inkontinenz mehr aufgetreten.
In Zukunft werden wir bei jeder inkontinenten Hündin diese Möglichkeit der Behandlung in Erwägung ziehen.
Sollte sich diese Methode der direkten Goldimplantation in die Blasenwand bewähren, werden weitere Veröffentlichungen folgen.
Dr. vet. med.(A) Kristin Schröder
Praxis für ganzheitliche Tiermedizin
Kalstert 64
40724 Hilden
02103/254804
www.tierarzt-akupunktur.de
Dr. Kristin Schröder
geb. 20.01.66 in Solingen,
1985-1992 Vet. Med. Universität Wien (A)
1993 Dissertation in Wien
1994 Assistenz in Düsseldorf bei Dr.Daxl
1995 Erwerb der Praxis
2002 Verkauf der Praxis und Neubau in Hilden
seit 1996 ständige Fortbildungen im Bereich der ganzheitlichen Therapiemethoden,
im speziellen Akupunktur, Neuraltherapie und Bioresonanz
2002 Zusatzbezeichnung Akupunktur
2004 Anerkennung als Weiterbildungsstätte für Akupunktur
|